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Mit ein paar Arbeitskollegen war ich zum Abendessen verabredet. Wir wollten uns in einem kleinen Restaurant treffen. Zu diesem Zeitpunkt lebte ich in einer festen Beziehung und das schon seit über 9 Jahren. Meine Gefühle für meinen Verlobten (ja, wir waren bereits seit fünf Jahren verlobt, aber er hatte mir nie einen Heiratsantrag gemacht) waren mehr Freundschaftlich als tatsächliche Liebe. Wir haben uns in den letzten Jahren völlig auseinander gelebt. Jeder von uns hatte seine Hobbys und seine Freunde. Selten unternahmen wir etwas zusammen. Die Zeit, in der wir uns gesehen haben, brüllten wir uns häufig an und machten uns gegenseitig irgendwelche Vorwürfe. Schon seit Monaten dachte ich über eine Trennung nach. Aber nach 9 Jahren schmeisst man nicht einfach alles über Bord. Immerhin war ich schon 28 Jahre alt und hatte in den vergangenen Jahren viel mit meinem Verlobten aufgebaut. Aber die Zukunft gestalten und dabei nur Freundschaft empfinden? Nein, eigentlich wollte ich das nicht. Kurzum, ich war in einem Gefühlschaos versunken und konnte nicht vor und nicht zurück.

An jenem Abend im August gingen wir essen. Es war eine gesellige Runde. Wir haben viel geredet, gelacht und uns ausgetauscht. Etwas später tauchte an der Mauer zum Restaurant (wir sassen auf der Terrasse) ein Freund eines Arbeitskollegen auf. Ich sah ihn und dachte innerlich: "Das wäre ER, jemand, der dir gefallen könnte". Ein kurzer Gedanke und schon war dieser wieder verschwunden. Der Fremde setzte sich an unseren Tisch. An diesem Abend habe ich mich weder mit ihm unterhalten noch weitere Blicke grossartig ausgetauscht. Den Weg nach Hause trat ich an mit einem Gedanken im Kopf: "Ich würde ihn gerne wieder sehen".


In den letzten Woche hatte ich gar nicht mehr an ihn gedacht. Bis ich an einem Freitag von einem Seminar zurück kam und eine e-mail eines Kollegen erhielt. Er informierte mich, dass die Kollegen wieder Essen gehen würden, zu einem Mexikaner in meiner Nähe. Und ER würde, laut Liste der eingeladenen Leute, auch dabei sein. Also packte ich meine Sachen und fuhr zum Restaurant. ER war da, aber leider am völlig anderen Ende vom Tisch. Wir lächelten uns an, hatten aber keine Chance uns zu unterhalten. Aber da war es, dieses knistern, dieses leichte vibrieren im Bauch. Wir verabschiedeten uns mit einem Händedruck und einem netten Blick. Auf dem Weg nach Hause dachte ich an ihn.

Eine Woche danach erhielt ich eine e-mail. ER bedankte sich für den netten Abend und wünschte mir einen schönen Wochenstart. Ich habe ihm geantwortet. Daraufhin begann unser Kontakt per e-mail und kurz danach auch per SMS. Ich nutzte die Möglichkeit aus und schrieb ihn später auch über ICQ an. Es klappte, er sprang darauf an. Unsere ICQ-Session's gingen über mehrere Stunden. Es gab so viel, worüber wir uns unterhalten konnten. So viel, über das wir gemeinsam lachen konnten. Keiner wollte der erste sein, der die Session unterbrach. Und so gingen meistens mehrere Stunden dahin. Bis es so spät war, das uns nichts anderes mehr übrig blieb, als endlich ins Bett zu gehen. Die e-mails wurde immer länger und die Inhalte immer intensiver. Es hatte sich eine Dynamik entwickelt, die nicht aufzuhalten war. Kaum hatte ich eine Mail geschrieben, habe ich sehnsüchtig auf die Antwort gewartet. Und wenn sie nicht gleich kam, machte ich mir Gedanken, wo ER wohl war und was er gerade tat.


Tja, und dann kam der 01. Oktober 2002. Ich hatte aus reiner Neugierde einen Termin bei einer Kartenlegerin. Dieser Termin stand schon lange fest. Ich war total aufgeregt. Eine Kartenlegerin....Was die wohl so alles sagen würde...

Sie begann mit einem Skat-Blatt für das hier und jetzt. Darin las sie als erstes, das mein Verlobter bald Vergangenheit sein würde. Sie erzählte ein paar Wort zu meinen Eltern, meinen EX-Schwiegereltern, meinem Bruder und dann kam sie zu IHM. Ihre Worte kann ich hier nicht genau wieder geben. Sie sah einen jüngeren Mann (ER ist sechs Jahre jünger als ich), dunkelhaarig, kennen gelernt über ein 'Arbeitsessen'........ Dann gingen wir über zu einem Tarotkarten-Blatt für die Zukunft. Darin sah sie als erstes IHN. Sie sah lauter positive Karte um uns herum. Sie sah eine schöne Beziehung, eine Hochzeit und Kinder. Ich konnte das alles nicht glauben. Die Kartenlegerin sah noch mehr: eine Arbeitsplatzwechsel, ein Wochenende mit einem positiven Ausgang, eine nicht statt findende Hochzeit, zwei Kinder, einen Streit mit einer Freundin, einen Umzug. Es war unbeschreiblich.

Ich bin rausgegangen mit einem Lächeln auf den Lippen. Das alles sollte auf mich zukommen? Konnte man einer Kartenlegerin das glauben oder stimmte nachher einiges nicht? Ein wenig mulmig war mir schon zu mute. Woher wollte sie das alles wissen? Hatte sie sich das eine oder andere zusammen gereimt oder stand das tatsächlich in den Karten? Ich denke, dass es hier nur ein schwarz oder weiss gibt. Entweder glaube ich an sowas oder nicht. Zu Hause angekommen habe ich mich gleich an den PC gesetzt und ihm über ICQ alles erzählt. Er war ziemlich baff und konnte das alles nicht glauben. Es entbrannte eine Diskussion darüber, ob die Kartenlegerin geraten hat woher sie all dies Wissen haben könnte. Im nachhinein möchte ich noch folgendes erwähnen: ALLES (!!!!), was die Kartenlegerin zu mir gesagt hat, ist eingetroffen. Wirklich alles. *schüttel* Möchte jemand die Adresse haben? Dann bitte per e-Mail anfragen. Ist jemand aus dem Raum Niedersachsen.

Am 03. Oktober haben wir uns das erste mal getroffen. Wir wollten einfach nur spazieren gehen und uns ein wenig unterhalten. Es war an einem Freitag Nachmittag. Die Zeit schien nicht umgehen zu wollen. Der Tag quälte sich von einer zur anderen Minuten und ich musste warten, bis es endlich so weit war. Der erste Blick und die erste Begrüssung waren ein wenig hölzern. Aber wie sollten wir uns auch begrüssen? Eigentlich kannten wir uns ja noch gar nicht. Hatten uns bisher nur über e-mails oder ICQ unterhalten, nie über Telefon.

Unser Gespräch kam schnell in Gang. Wir unterhielten uns über Rücken und Beschwerden, die es nach langem Sitzen immer gibt. Er wollte mir eine Stelle am Rücken zeigen, wo er öfter Schmerzen hat und legte dazu seine Hand auf meinem Rücken. Da passierte etwas unglaubliches: es war, als ginge ein elektrischer Schlag durch meinen Körper. Mir blieb kurz die Luft weg und ich begriff nicht, was passiert ist. Ich bekam eine Gänsehaut, das sprechen fiel mir schwer. So etwas hatte ich noch nie erlebt und darauf war ich auch nicht gefasst gewesen. Selbst jetzt bekomme ich bei dem Gedanken daran noch Gänsehaut. Habt ihr das schon mal erlebt?

Der weitere Spaziergang war super amüsant. Es lag so ein kribbeln in der Luft. Jeder von uns hätte am liebsten den anderen umarmt, aber die Vorsicht verbot es uns. So blieb es bei dieser einen Berührung. Am Ende verabschiedeten wir uns mit einer Umarmung, die endlos erschien. Als letztes berührten sich unsere Fingerspitzen und unsere Blicke konnten sich nicht trennen. Völlig aufgewühlt bin ich nach Hause gefahren. Ich konnte nur noch an ihn und an seine Berührungen denken. Ich wollte ihn wieder sehen.....

Schon am Tag danach sahen wir uns wieder. Wir gingen im Regen spazieren. Ich weiss noch, dass er eine weisse Jeans anhatte, die nach dem Spaziergang etwas dreckig aussah. Er war ganz Gentleman und hielt die ganze Zeit den Regenschirm. Wir lachten viel. Kurz danach fuhren wir zu einem gemeinsamen Freund. Wir sassen beider auf seinem Sofa, zwischen uns ein paar Zentimeter abstand. Jeder von uns hätte den anderen so gerne in den Arm genommen. Aber es ging nicht. Beim Capuccino trinken am Abend in einem Cafe konnten wir die Augen nicht vom anderen lassen. Wir schauten uns die ganze Zeit an. Die Verabschiedung fiel verdammt schwer.

Am Sonntag waren wir dann mit Freunden von ihm im Kino verabredet. Es lief ein Film mit Tom Cruise. Im Laufe des Filmes haben wir angefangen, uns ganz leicht am Arm zu berühren. Vom Film habe ich kaum etwas mitbekommen. Ich war total auf diese Berührungen fixiert. Es war wie im Traum. Mein ganzer Körper spannte sich vor lauter Aufregung. Es war unglaublich. Gänsehautfeeling.... Im Anschluss an den Film ist jeder nach Hause gefahren. Es gab nur eine kurze Umarmung zum Abschied. 

Zwei Tage später hatten wir uns zum schwimmen verabredet. Mein Herz klopfte den ganzen Tag und ich war voller Vorfreude. Endlich war der Tag um. Das Schwimmbad wartete. Schnell umgezogen und dann ab ins Wasser. Und da kam er aus der Kabine. Was ich sah, gefiel mir verdammt gut. Es war ein herrlicher Nachmittag. Schwimmen, lachen, untertauchen und immer dieses knistern in der Luft. Einmal hielt er mich am Rand fest und ich dachte, er würde mich küssen. Leider tat er es nicht. Das kam erst später. Nach unserem gemeinsamen Essen und einem Spaziergang. Wir sassen in seinem Auto und ich wollte aussteigen und nach Hause fahren. Da hielt er mich fest, sah mir in die Augen und wir küssten uns. Mein Herz machte einen Satz nach dem anderen. Mein ganzer Körper bebte. Das war ein Kuss *seufz* Schweren Herzens stieg ich aus dem Auto und fuhr nach Hause. Wir haben den Abend noch lange telefoniert.... 

Seit Oktober 2002 sind wir zusammen. Für uns beide ist es die grosse Liebe des Lebens. Der eine kann ohne den anderen nicht mehr sein. Selbst wenn wir uns mal ein paar Stunden nicht sehen, haben wir Sehnsucht nacheinander und telefonieren oder senden uns eine SMS. Es gab nur wenige Tage, an denen wir uns nicht gesehen haben. Der eine oder andere meint, das sowas nicht möglich ist und wir uns bestimmt bald auf den "Keks" gehen werden. Wir denken und wissen, dass dem nicht so ist. Das was wir füreinander empfinden ist tief verwurzelt.


Um ihm zu zeigen, dass er was ganz besonderes für mich ist, hatte ich mich entschlossen, ihm zu seinem Geburtstag im Februar besondere Fotos von mir zu schenken: Aktfotos. Auf Empfehlung suchte ich ein Fotostudio auf und machte einen Termin aus. Um später auf den schwarz-weiss Fotos keine Abdrücke von Kleidung zu haben, durfte ich den Tag nicht wirklich viel anziehen *grins* Ich war furchtbar aufgeregt. Die Fotografin hat mir am Anfang erstmal einen Capuccino gegeben, zum warm werden und wir haben uns nett unterhalten. Dann ging es los mit den Fotos. Es hat irrsinnig viel Spass gemacht und ich kann es nur jedem empfehlen. Die Scheu ist am Anfang immer da, aber die hat die Fototgrafin schnell genommen. Und die Fotos sind Spitze. Wer eine gute Adresse in Niedersachsen braucht, schickt mir am besten eine Mail.

Ein paar ausgesuchte Fotos habe ich dann im Februar verschenkt. Sie sind super gut angekommen.


Jetzt waren wir schon sechs Monate zusammen und ein Tag war schöner als der andere. Immer wieder schreiben wir uns kleine Liebesbriefe oder schicken einen Liebesgruss per e-mail oder SMS. 

Im April habe ich dann beschlossen ihm einen Heiratsantrag zu machen. Ich war mir sicher und ich wollte es ihn wissen lassen. Ach, was für eine Aufregung. Erstmal die Frage: wo und wie? In einem Restaurant, auf einer Wiese, in einem Kino? Es gibt ja so viele Möglichkeiten. Aber ich wollte es persönlicher und mit nicht so vielen Zuschauern. Also durchforstete ich das Internet. Und ich wurde fündig. Eine Suite sollte es sein, jawoll. Ich mietete also etwa entfernt eine grosse Suite über ein Wochenende und sagte am morgen nur zu ihm, er möge bitte ein paar Sachen packen, wir fahren weg.

Die Autofahrt führte uns bei schönstem Wetter durch eine herrliche Landschaft zu einem netten Ort und unserem Hotel (eine Villa). Dort bezogen wir dann die Suite. Die Servicekräfte waren alle eingeweiht in meine Aktion. Die Suite war super. Ein riesiges Wohnzimmer mit Antiquitäten eingrichtet, aber trotzdem gemütlich, ein grosser Flur, ein Schlafzimmer so gross wie ein normales Hotelzimmer und ein riesieges Badezimmer. Dies war mit Marmor ausgestattet, überall lagen kleine Duftkörbe, es gab grosse Spiegel und...... eine Eckbadewanne!

Abendessen war ein vier-Gänge Candle-Light Dinner. Das Essen hat geschmeckt, die Atmospähre war schön. Dann ab ins Hotelzimmer. Ihn habe ich ins Wohnzimmer verfrachtet und mich dann im Bad eingeschlossen. Erst lief das Badewasser ein, dann habe ich die vom Hotel gesponserten Erdbeeren probiert, den vom Hotel gestifteten Champagner geöffnet, den fünf-armigen Kerzenleuchter richtig hingestellt, Honig ins Badewasser gerührt, ganz viele Kerzen verteilt und zum Schluss Rosenblätter überall hingelegt und auch ins Badewasser geschmissen. Das Bad sah aus wie in einem Märchen. Dann habe ich ihn hereingeholt. Er stand in der Tür uns staunte. Selbst zu diesem Zeitpunkt hat er noch nichts geahnt. In der Badewanne mit dem Glas Champagner in der Hand, habe ich gaaaaanz tief Luft geholt, mir Mut zugesprochen und ihn dann gefragt. Und was war? Er wurde etwas blass, musste das Glas aus der Hand stellen und sagte dann:"Ich weiss gar nicht was ich sagen soll". Und ich nur:"Mir würde ein einfaches Ja oder Nein schon reichen." Und endlich sagte er:"Ja, ich will!" Er war völlig durcheinander und ich hatte ihn total überrumpelt.

Es war ein schönes Wochenende. Nächste Jahr werden wir heiraten und ich freue mich schon jetzt auf den Tag, an dem ich sagen kann:"Ja, ich will!". Übrigens: Adresse der Villa gibt es gerne über mich. Liegt in Niedersachsen. Bitte Anfragen per Mail an mich senden.


Noch immer sind wir glücklich und verliebt wie am ersten Tag. Nein, stimmt ja gar nicht. Es ist immer schlimmer geworden. Wir sind total ineinander verliebt. Am 08.10.2003 ist es ein Jahr her, das wir uns das erste Mal geküsst haben. Diese Seite habe ich erstellt um unsere Liebesgeschichte allen zu erzählen und ich werde diese Seite am 08.10.2003 meinem Schatz "schenken".


Heute war es endlich soweit.


Es ist unglaublich, aber ich grinse im Kreis. Der Tag heute war wunderschön. Ich habe meinem Traumprinz diese Seite geschenkt und er war total überwältigt. *g* Zuerst waren wir gaaanz gemütlich shoppen (mit welchem Mann kann man das schon machen) :-) Und heute Abend waren wir bei einem guten Italiener essen. Das essen war super lecker. Kurz danach, wir haben noch Rotwein getrunken, habe ich dann mein Geschenk ausgepackt. Ein paar wunderschöne Ringe. Ich habe seine Hände in meine genommen, ihm tief in die Augen geschaut und gefragt, ob er mich immer noch heiraten will. Er sagte JA. Dann nahm ich seinen Ring und steckte ihm den auf seinen linken Ringfinder und er nahm meinen Ring und steckte ihn mir auf. Es war ein klasse Gefühl. Irgendwie ein wenig so, als wenn wir in dem Augenblick geheiratet hätten. *seufz* Ich liebe ihn wie verrückt und bin super glücklich.


 



 
   
   
   
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